Hochzeit: Ja ich will – DAS nicht!

19.07.2017

Diese Probleme könnten auf Sie zukommen, wenn Sie gerade Ihre Hochzeit planen. Hier finden Sie praktische Tipps, was Sie dagegen unternehmen können.

Wenn sie gerade dabei sind, den schönsten Tag Ihres Lebens zu planen, dann können die meisten Menschen davon ausgehen, dass das ein oder andere Problem schon bald auf sie zukommen wird. Viele Paare kennen das Gefühl der "kalten Füße". Nach einem Antrag und vor der Hochzeit neigen manche Menschen dazu, die eigene Beziehung noch einmal gründlich zu hinterfragen. Bei Unsicherheiten und dem Gefühl, dass plötzlich alles anders ist, können die Psychologische Beratung ebenso wie die gemeinsame Paarberatung dazu beitragen, wieder Ordnung in Ihrem Emotionswirrwarr herzustellen. Doch auch, wenn Sie sich absolut sicher sind: Es gibt so einige – ganz alltägliche – Hürden abseits der eigenen Gefühle, die eine Hochzeitsplanung mit sich bringen. Und wer könnte diese besser kennen, als die Profis, die sich täglich mit dem Organisieren von Hochzeiten und Paaren im Heiratsfieber beschäftigen? Ich habe für Sie mit Weddingplannerin Bianca Lehrner darüber gesprochen, was Sie tun können, damit nicht nur Ihre Hochzeit sondern schon die Planung im Vorfeld ohne böse Überraschungen abläuft. Hochzeitsprofi Lehrner hat ein paar hilfreiche Tipps für Sie!

Tipps bei typischen Hochzeitsproblemen

Ihre Hochzeitskosten explodieren

Lehrner: "Brautpaare sehen sich gelegentlich in der Situation, dass sie sich über das Budget am Anfang keine großen Gedanken machen und sich kein Maximum stecken. Oft werden sie dann bei der Planung unsaft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt."

Tipp vom Profi: "Setzen Sie sich von vornherein ein Kostenlimit und suchen auch nur nach Locations, die zu Ihrem Budget passen. Hauptkostenfaktor ist bei den meisten Hochzeiten die Location. Ich empfehle, für diese maximal 60 Prozent des Budgets ausgeben. Wer die Location so schnell wie möglich klärt, hat gute Chancen darauf, dass es zu keinen bösen Finanzüberraschugen kommt."

Tante Erni ist schwer enttäuscht

Lehrner: "Dass die Familie Erwartungen an die Hochzeit hat, kommt immer wieder vor. Es gibt sogar Paare, die wollten eigentlich nicht kirchlich heiraten, ließen sich dann aber doch in der Kirche trauen, weil Tante Erni sonst so enttäuscht gewesen wäre. Das kann für ordentlichen Frust sorgen."

Tipp vom Profi: "Reden Sie Klartext. Es ist nicht Tante Ernis Hochzeit und in dem Fall ist es einfach wichtig, dass die Brautleute von Anfang an klar kommunizieren, dass es IHR schönster Tag werden soll und dass sie ihn gerne so gestalten möchten, wie er IHNEN gefällt. Wer nicht auf Brautentführungen und vermeintlich lustige Spielchen auf der Hochzeit steht, sollte dies übrigens am besten schon im Vorfeld klar kommunizieren. Ein Weddingplaner kann hier übrigens ein perfekter Puffer sein." 

Ihre Lieblingsband ist nicht mehr frei

Lehrner: "Wer zu spät dran ist, kann womöglich weder seine Lieblingslocation noch die gewünschte Band buchen."

Tipp vom Profi: "Nehmen Sie sich genug Zeit! Es wird oft belächelt, wenn Paare eineinhalb Jahre vor dem Termin mit der Planung beginnen, doch das ist nicht unrealistisch. Ein großer Zeitpuffer ist wichtig, um sich die perfekte Location oder den Lieblings-DJ zu organisieren. Und auch bei kleineren Standesämtern kann es vorkommen, dass es viel zu spät ist, ein halbes Jahr im Vorhinein zu reservieren."

Die Gäste haben Hunger

Lehrner: "Sie haben für die Agape drei Stunden eingeplant und jetzt haben die Gäste Hunger? Oder Sie feiern mit 150 Gästen und haben nicht mal eine Stunde zwischen der Trauung und dem Dinner eingeplant? Dann stehen Sie womöglich noch bei den Gratulanten, während die anderen schon essen. Beim Tagesablauf verschätzen sich viele Paare, denn es fehlt die Erfahrung. Immerhin heiratet man nicht jeden Tag."

Tipp vom Profi: "Planen Sie akribisch und schreiben sich die genauen Zeiten auf. Für den Zeitablauf kann der Rat eines professionellen Weddingplaners besonders hilfreich sein, da der im Gegensatz zu Ihnen schon zahlreiche Hochzeiten geplant hat und weiß, auf welche Stolpersteine zu achten ist." 

Doch der wichtigste Tipp:

"Was immer am Tag der Hochzeit auch passiert: Lassen Sie es geschehen!", empfiehlt die Weddingexpertin Lehrner. "Versuchen Sie so gut wie möglich, Ihren Tag zu genießen und delegieren an diesem Tag alles an Ihre Lieben. Es geht um Sie und Sie sind an Ihrem Hochzeitstag die beiden wichtigsten Personen."

Sie stehen gerade kurz vor Ihrer Hochzeit oder sind mitten in der chaotischen Planung und wissen eigentlich gar nicht mehr so recht, wo Ihnen Ihr Kopf steht? Psychologische Beratung kann dazu beitragen, dass Sie wieder ruhiger werden und dadurch klarer sehen, was es für Sie jetzt gilt, zu tun.

Fotos: www.pixabay.com